Buchenborkenkäfer
Buchenschäden und Klimawandel

- Foto: Gottfried Steyrer, BFW
Der Biosphärenpark Wienerwald ging im Forschungsprojekt „Buchenborkenkäfer“ - zusammen mit den Österreichischen Bundesforsten und dem Bundesforschungs- und Aus- bildungszentrum für Wald - der Frage nach, ob auf Grund der sich ändernden klimatischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Zukunft mit vermehrten Schäden an Buchenbeständen zu rechnen ist.
Jetzt gibt es Entwarnung im Biosphärenpark Wienerwald - derzeit wird keine Massenvermehrung des Buchenborkenkäfers beobachtet.
Seit 2006 wurden vermehrt absterbende Buchenkronen im Wienerwald beobachtet, der Buchenborkenkäfer wurde als Verursacher vermutet. Katastrophenszenarien aus dem Bayerischen Wald nährten die Sorge der Waldbewirtschafter, dass von den naturbelassenen Kernzonen ausgehend, die angrenzenden Wirtschaftswälder vom Buchenborkenkäfer befallen würden.
Deshalb gaben die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) im Jahr 2007 gemeinsam mit dem Biosphärenpark Wienerwald und dem Bundesforschungs- und Ausbildungszentrums für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW) eine wissenschaftliche Analyse der tatsächlichen Buchenschäden in Auftrag.
Sechs Versuchsflächen – darunter vier Kernzonen – wurden u.a. auf mechanische Vorschäden sowie Krankheits- und Befallssymptome an den Wurzelanläufen, Stämmen und Kronen untersucht. Analysiert wurden besonders die Artenzusammensetzung und Vorkommenshäufigkeit der Buchenborkenkäfer; das Hauptaugenmerk lag dabei auf dem Kleinen Buchenborkenkäfer (Taphrorychus bicolor).
Im dreijährigen Projektzeitraum wurde kein Befall an stehendem Holz gefunden, weder im Stammbereich noch in den Ästen und auch nicht auf den Versuchsflächen mit großen Mengen an bruttauglichen Windwurfhölzern. Selbst sehr geschwächte Buchen wiesen keinen Befall auf oder konnten Einbohrungsversuche abwehren. Liegende Windwurf-Buchen wurden teilweise durch Buchenprachtkäfer (Agrilus viridis) sowie holz- und rindenbrütende Borkenkäfer befallen. Benachbarte Buchen blieben dabei unbeeinträchtigt.
Präsentiert wurden die Resultate dieses Monitorings im Workshop „Xylobionte Käfer“ im Frühsommer dieses Jahres im Forstbetrieb Wienerwald der ÖBf AG. Aus den Ergebnissen konnte für den Kleinen Buchenborkenkäfer keine Tendenz zum Primärschädling abgeleitet werden. Derzeit kommt den Buchenprachtkäfern in dieser Hinsicht eine wesentlich höhere Bedeutung zu. Obwohl die Fangzahlen 2009 stark abgenommen haben, sollte auch die Prachtkäfer-Situation beobachtet werden, bis die Rinde für eine Käferentwicklung vollständig ungeeignet ist.
Autoren:
Gottfried Steyrer, BFW, Tel.: +43-1-87838 1160,
E-Mail: gottfried.steyrerbfw.gvat
Internet: http://bfw.ac.at
Alexandra Wieshaider, ÖBf AG, Tel. +43-2231-633 41 DW 7145,
E-Mail: alexandra.wieshaiderbundesforsteat,
Internet: www.bundesforste.at
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