Zum Inhalt springen .

Amphibien - Ein Leben auf Wanderschaft

 

Auf dem Weg zu und von den Laichplätzen drohen viele - oft vermeidbare - Gefahren.

© A.Mrkvicka
© I.Drozdowski
© M.Statecsny

Alle 20 in Österreich heimischen Amphibienarten stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten Österreichs und sind streng geschützt.  

Gründe für die Gefährdung gibt es viele. Neben Klimawandel und Ausbreitung einer Pilzerkrankung sind aber vor allem Verlust des Lebensraums, Tod auf der Wanderstrecke auf Straßen aber auch in zahlreichen Fallen der Zivilisation sowie Fischbesatz in stehenden Gewässern.

Amphibium bedeutet doppellebig.

Im Laufe der Evolution haben es die Tiere geschafft sowohl Land als auch Wasser als Lebensraum zu nutzen. So können zwei unterschiedliche Nahrungsquellen genutzt werden: das Gewässer vor allem von der Larve aber auch von den erwachsenen Tieren, das Land außerhalb der Laichzeit zusätzlich von den Erwachsenen. Landlebensräume mit vielen Strukturen dienen außerdem als Lebensraum außerhalb der Laichzeit und als Überwinterungsplatz. Ohne den heutigen Einfluss des industrialisierten Menschen eine gute Strategie!

Heute sind die beiden Lebensräume aber vielfach durch Straßen, unüberwindliche Mauern und Siedlungsgebiet mit zahlreichen Fallen wie Schwimmbädern, Kellerschächten und Stiegenabgängen voneinander getrennt. Auf dem Weg zum und vom Laichgewässer lassen viele Amphibien unnötig ihr Leben.

Zusätzlich wurden und werden noch immer viele Laichgewässer als scheinbar nutzloses und lästiges Landschaftselement zugeschüttet oder mit Fischen  besetzt, die Laich und Larven auffressen. Auch Goldfische oder Rotwangenschildkröten - ob im Gartenteich oder illegal in freier Natur sind ein großes Problem für Amphibien! Sie sollten daher keinesfalls ausgesetzt werden!

Geht das natürliche Umfeld eines Gewässers z.B. durch Verbauung verloren, fehlen Landlebensraum und Überwinterungsplatz. Durch Regulierung von Bächen verschwinden ruhiger durchströmte Bachbereiche als Lebensraum für Salamander- und Grasfroschlarven!

GPS-Amphibienortung


Im Biosphärenpark Wienerwald werden derzeit die Amphibienbiotope mit GPS erhoben und auf einer Karte verzeichnet. Daraus ist bereits ersichtlich, dass vor allem künstlich entstandene Biotope eine wichtige Rolle im Amphibienschutz spielen. Bei den Österreichischen Bundesforsten wurden schon über 100 solcher Kleingewässer verortet, nun sollen auch die Flächen anderer Grundeigentümer untersucht werden. Durch die Ermittlung der Laichplätze von Frosch und Co. wird eine Grundlage für Schutzprojekte zu Gunsten dieser stark gefährdeten Tiergruppe geschaffen.

 

Helfen Sie beim Amphibienschutz!

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich als Privatperson, Gemeinde oder Straßenmeisterei am Amphibienschutz zu beteiligen!

 
© Amphibienschutz Wienerwald

Melden Sie gefährliche Strecken! - Amphibienschutz auf Niederösterreichs Straßen

„In 20 Jahren sollen keine Amphibien mehr auf bekannten Wanderstrecken an unseren Straßen sterben.“, so die Vision der drei Projektpartner NATURSCHUTZBUND NÖ,  Österreichische Gesellschaft für Herpetologie und Land NÖ (Abteilung Naturschutz und Abteilung Straßenbetrieb).  Deshalb wurde das Projekt „Amphibienschutz an NÖ`s Straßen“ gestartet. Bis 2012 sollen gefährliche Amphibien-Wanderstrecken erfasst, der Aufwand für ehrenamtlich tätige Personen reduziert und der Anteil permanenter Anlagen stark gesteigert werden.

Bitte unterstützen Sie das Sammeln von Informationen über gefährliche Wanderstrecken im Wienerwald und melden Sie Ihnen bekannte Strecken mit dem Fragebogen des Naturschutzbundes NÖ.

 
© Amphibienschutz Wienerwald

Amphibienzäune an Straßen

An vielen Wanderstrecken in Österreich werden Amphibienzäune aufgestellt, um die Amphibien vor dem Straßentod zu bewahren. Dieser Schutz ist sehr aufwändig. Die Zäune müssen täglich mehrmals kontrolliert und die Tiere über die Straße getragen werden! Zahlreiche Details müssen beachtet werden! Die beste Variante ist immer eine nach bestimmten Vorgaben ausgeführte Untertunnelung der Straße.

Bitte stellen Sie keinesfalls Zäune ohne Betreuung auf! - Die Amphibien werden dann zu 100% von ihrem Laichgewässer ferngehalten und  bei den Zäunen von Krähen, Füchsen und anderen Räubern gefressen.

 
© A. Mrkvicka

Amphibienschutz im Garten und Siedlungsgebiet

Mit zahlreichen einfachen Maßnahmen können Sie etwas zum Schutz der Amphibien beitragen:

  •  Erhalten oder Schaffen Sie an Land Strukturen wie Totholz- oder Laubhaufen als Versteck. - Ein bis zum letzten Blatt oder toten Ast geputzter Garten oder Park ist kein guter Lebensraum für Amphibien!
  •  Erhalten Sie Strukturen - wie Schilfstengel, Totholz etc. im Wasser. Viele Amphibien befestigen ihren Laich an diesen Strukturen.
  •  Säubern Sie den Gartenteich im Frühling nicht mehr von Falllaub etc., sobald die Amphibien abgelaicht haben. Sie können bei unvorsichtigem Vorgehen den Nachwuchs einer ganzen Saison zerstören! 
  •  Verwenden Sie keine Unkrautvernichter, Schnecken-, Insektengifte etc. im Garten und in Parks auch wenn diese z.B. als "ungefährlich für Bienen oder Haustiere" ausgewiesen sind. Oft sind diese Gifte für Amphibien und Wasserlebewesen höchst gefährlich!
  •  Sichern sie Schwimmbäder, Kellerschächte und Stiegenabgänge oder bieten sie Möglichkeiten zum Herausklettern an. - Diese Fallen kosten jedes Jahr zahlreiche Amphibien das Leben!
  •  Setzen Sie keine Fische und Wasserschildkröten im Gartenteich oder in anderen stehenden Gewässern aus! - Goldfische & Co sind Allesfresser und vernichten Laich und Larven! Das Aussetzen von Tieren in freier Natur ist im übrigen verboten!

 

Download-Info: "Was kann ich zum Schutz der Amphibien tun?"

 
© A. Mrkvicka

Melden Sie Ihre Amphibien-Sichtungen online!

Zu den Amphibienvorkommen im Wienerwald ist noch lange nicht alles bekannt! Das erschwert oft die Planung von Schutzmaßnahmen!
Bitte melden Sie Ihnen bekannte Amphibienvorkommen bei der Herpetofauna! Die gesammelten Daten werden an die "Herpeto-Datenbank" des Naturhistorischen Museums in Wien weitergeleitet und stellen eine Grundlage zur Kenntnis über die Verbreitung der Amphibien und Reptilien in Österreich dar.

Auf der Herpetofauna-Website finden Sie zahlreiche spannende Informationen und Bilder zu den heimischen Amphibien und Reptilien!

 

Weiterführende Links zum Thema Amphibien:

Herpetofauna - Sichtungen melden, viele Infos zu den heimischen Arten

Naturschutzbund NÖ - gefährliche Wanderstrecken melden

Amphibienschutz Wienerwald - Verein zum Schutz der Amphibien im Wienerwald mit Schwerpunkt in Wien

Österreichische Gesellschaft für Herpetologie - Erforschung der Amphibien- und Reptilienwelt, spannende Vorträge und Exkursionen

Herpetologische Arbeitsgemeinschaft des Hauses der Natur in Salzburg - viele interessante Infos zu Schutz und Leben der heimischen Amphibien und Reptilien

Zum Seitenanfang springen .