Forscher auf einer blühenden Wiese
Schachbrett (Schmetterling) auf Flockenblume

Facts

2019-2021
laufend

BOKU, Institut für Ökologischen Landbau; BOKU, Institut für Zoologie; Biosphärenpark Kärtner Nockberge, Biosphärenpark Salzburger Lungau

BOKU, Institut für Zoologie

Hintergrund

Extensiv bewirtschaftete Wiesen (ein- bis zweimalige Mahd pro Jahr, keine Düngung) sind durch ihren hohen Pflanzen- und Blütenreichtum gekennzeichnet, und stellen damit wichtige Lebensräume für den Erhalt und die Förderung der lokalen Insektenvielfalt dar. Diese extensiv bewirtschafteten Wiesen wurden über Jahrhunderte von den Menschen erhalten und gepflegt und haben daher eine erhebliche kulturelle und ästhetische Bedeutung. Durch die fortschreitende Intensivierung der Landwirtschaft kam es in den letzten Jahrzehnten zu einem drastischen Rückgang dieses wertvollen Wiesentyps. Das hatte zur Folge, dass heutzutage intensiv bewirtschaftetes Grünland das Landschaftsbild in vielen europäischen Ländern dominiert. Intensivgrünland hat im Vergleich zum extensiv bewirtschafteten Grünland jedoch nur einen geringen ökologischen Wert. Durch die Intensivierung kommt es schnell zu einem Rückgang von zahlreichen Pflanzenarten und der damit verbundenen Insektenvielfalt.

Die Anlage von Blühstreifen im Grünland hat sich in der Vergangenheit als nützliche Strategie zur Förderung unterschiedlicher Tiergruppen erwiesen. Die Bereitstellung einer großen Vielfalt an Blütenpflanzen innerhalb der Blühstreifen könnte ein wesentlicher Faktor für den Wiederaufbau und die Erhaltung einer stabilen und nützlichen Insektengemeinschaft im Grünland sein. Aus diesem Grund werden in vorliegender Studie Blühstreifen entlang von Intensivwiesen angelegt, um zu untersuchen ob und in welchem Ausmaß damit die lokale Insektenvielfalt erhalten und gefördert werden kann. Diese Blühstreifen sollen einerseits als Nahrungsquelle und andererseits als Zufluchtsort für Insekten nach der Mahd des umliegenden Intensivgrünlands dienen. Um dies zu gewährleisten, werden die Blühstreifen nur einmal im Jahr gemäht, nicht gedüngt und werden somit wie Extensivwiesen gepflegt.

Flächenauswahl und Ziel:

Für diese Studie wurden im Biosphärenpark Wienerwald (Gemeinden Wolfsgraben und Breitenfurt) insgesamt 15 Wiesen ausgewählt. Zehn dieser Wiesen sind intensiv bewirtschaftet (zwei- bis dreimalige Mahd pro Jahr mit Düngung) und fünf sind extensiv bewirtschaftet (einmalige Mahd pro Jahr, keine Düngung). Die Blühstreifen wurden dankenswerterweise von den lokalen Landwirten entlang von fünf intensiv bewirtschafteten Wiesen im September 2019 angelegt. Die anderen fünf Intensivwiesen dienen als Kontrollflächen. Somit werden insgesamt drei Wiesentypen – Extensivwiesen, Intensivwiesen und Intensivwiesen mit Blühstreifen – hinsichtlich ihrer Insektenvielfalt verglichen. Die Untersuchungen werden in den Jahren 2020 und 2021 durchgeführt. Dabei werden in den 15 Wiesen die Arten- und Individuenzahlen unterschiedlicher Insektengruppen erhoben, wobei besonderes Augenmerk auf wichtige Bestäuber wie Hummeln, Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge gelegt wird. Zusätzlich werden im Zuge des Insektenmonitorings auch noch die Heuschrecken und Wanzen aufgenommen, welche für das Ökosystem Grünland unerlässliche Insektengruppen darstellen.

Das Ziel des Projekts DivRESTORE ist, die Artenvielfalt heimischer Insekten in intensiv bewirtschafteten Wiesen mittels Anlage von Blühstreifen zu fördern und Strategien zu entwickeln, um dem stetigen Rückgang der Biodiversität entgegenzuwirken. Gerade vor dem Hintergrund des weltweiten Insektensterbens ist es wichtig Ideen zu entwickeln, um die Insektenvielfalt zumindest auf lokaler und regionaler Ebene zu erhalten und zu fördern.

Stand der Dinge:

Das Insektenmonitoring im BP Wienerwald konnte Ende August 2020 erfolgreich abgeschlossen werden. Die Arten- und Individuenzahlen von Hummeln, Schmetterlingen, Schwebfliegen, Wanzen und Heuschrecken wurde in den Monaten Juni, Juli und August an jeweils 2-3 Tagen erhoben. Hummeln, Schmetterlinge und Heuschrecken wurden vor Ort bestimmt, Wanzen und Schwebfliegen wurden mittels Beobachtung und standardisierter Keschermethode ermittelt. Die fünf Blühstreifen haben sich sehr gut entwickelt wobei ein guter Kontrast zu den angrenzenden Intensivwiesen erreicht wurde. Derzeit arbeiten die Projektmitarbeiter am Aussortieren der gewonnenen Proben und an der Bestimmung der jeweiligen Insektengruppen. Erste Resultate sind etwa Ende 2020 zu erwarten.

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Programm "MAN AN THE BIOSPHERE" (MAB)

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