Juli 2026: Nachhaltiger Weinbau im Bezirk Baden setzt starke Zeichen
Baden, Tullnerbach/NÖ, 30. Juli 2026: Der Bezirk Baden zählt zu den traditionsreichen Weinbauregionen Niederösterreichs. Dass sich Weinqualität und nachhaltiges Wirtschaften hervorragend ergänzen, zeigen drei Weinbaubetriebe, die im Rahmen der Biosphärenpark Wienerwald-Weinprämierung 2026 ausgezeichnet wurden. Bei Betriebsbesuchen verschaffte sich das Biosphärenpark Wienerwald Management einen persönlichen Eindruck von den vielfältigen Maßnahmen für einen zukunftsorientierten Weinbau.
Seit zwei Jahrzehnten rückt der UNESCO-Biosphärenpark Wienerwald Weinbaubetriebe vor den Vorhang, die neben exzellenter Weinqualität auch auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Landschaft setzen. Die diesjährigen Preisträger aus dem Bezirk Baden überzeugten die Fachjury sowohl mit der Qualität ihrer Weine als auch mit einer nachhaltigen Bewirtschaftung ihrer Weingärten. Im Mittelpunkt der Betriebsbesuche standen der Austausch über aktuelle Entwicklungen in der Weinbranche und im Weinbau sowie die Frage, wie sich die Betriebe an die Herausforderungen des Klimawandels anpassen. Themen wie Bodenfruchtbarkeit, Wassermanagement und Biodiversität spielen dabei eine immer wichtigere Rolle.
„Die ausgezeichneten Betriebe zeigen, dass nachhaltiger Weinbau weit mehr bedeutet als umweltschonende Produktion. Mit ihrem Engagement schaffen sie gesunde Böden, fördern die Artenvielfalt und sichern gleichzeitig die hohe Qualität ihrer Weine. Dieses Zusammenspiel macht den Weinbau im Biosphärenpark Wienerwald besonders wertvoll und zukunftsfähig“, erklärt Biosphärenpark-Direktor DI Andreas Weiß.
Auch der Obmann der Bezirksbauernkammer Baden, Johann Krammel, sieht in den Auszeichnungen ein wichtiges Signal: „Unsere Winzerinnen und Winzer verbinden Tradition mit Innovation. Sie entwickeln ihre Betriebe laufend weiter, reagieren auf neue klimatische Bedingungen und erzeugen Weine auf höchstem Niveau. Gleichzeitig tragen sie wesentlich dazu bei, die charakteristische Weinbaulandschaft des Bezirks Baden zu erhalten und die regionale Landwirtschaft nachhaltig zu stärken.“
Weingut Familie Auer aus Tattendorf
Drei Generationen der Familie Auer bewirtschaften die insgesamt rund 22 ha Weinflächen, die sich auf die Gemeinden Tattendorf, Gumpoldskirchen und Pfaffstätten verteilen, und betreiben auch ihren Heurigen in Tattendorf. Dabei wird sehr viel Wert auf „Terroir“ und die persönliche und familiäre Note gelegt. Die Familie Auer hat sich insbesondere der Produktion hochwertiger Pinot-Noir-Weine verschrieben. Seit der Erweiterung des Betriebs um zusätzliche Weingartenflächen in Gumpoldskirchen vor rund 15 Jahren ergänzt zudem eine breite Palette an Weißweinsorten das Angebot. Bei der Weinprämierung des Biosphärenpark Wienerwald siegte das Weingut in der Kategorie „Rotwein“ mit dem Pinot Noir Ried Rosenberg, Pfaffstätten 2022 – ein „typischer Pinot Noir, gut lagerfähiger und rotbeeriger Wein mit Holzeinfluss von der Eiche“ beschreibt Leopold Auer seinen Preisträger.
Aus’gsteckt is - nächster Termin: 12 bis 23. August 2026
Bio-Weingut Frühwirth aus Teesdorf
Die Weingärten der Familie Frühwirth erstrecken sich über eine Fläche von 20 ha im Steinfeld der Thermenregion in Niederösterreich. Ihre Sortimentsvielfalt zeichnet sich durch über 15 verschiedenen Sorten aus, wobei der Schwerpunkt auf Rotwein- und gebietstypischen Sorten liegt. Seit 2015 bewirtschaftet Jungwinzer Hans Frühwirth die Weingärten biologisch und ist auch für die Arbeiten im Keller verantwortlich. Der Heurigen liegt vor allem in den Händen seiner Mutter Gerlinde Frühwirth. „Wir sind bestrebt, durch unser gesamtes Sortiment volle Qualität zu bieten. Dabei ist mir auch wichtig, immer wieder Neues auszuprobieren und innovativ zu sein“, erklärt Hans Frühwirth seine Philosophie. Auf den sinkenden Weinkonsum reagiert das Bio-Weingut Frühwirth mit verschiedenen alkoholfreien Alternativen wie Verjus, Traubensäfte, Essig, Öl etc. Mit dem Rotgipfler Selection Ried am Tiefenweg DAC 2024 erreichte der Winzer bei der diesjährigen Biosphärenpark Weinprämierung den Kategorie-Sieg „Weißwein kräftig“.
Aus’gsteckt is - nächster Termin: 20. bis 23. August und 27. bis 28. August 2026
Schaflerhof aus Traiskirchen
Aktuell bewirtschaftet Andreas Schafler auf insgesamt 4 ha und 4 Weingärten seinen seit sieben Generationen im Familienbesitz befindlichen Schaflerhof in Traiskirchen. Dass dort hervorragende Qualitätstrauben – vor allem auch die in der Region einzigartigen Trauben von Rotgipfler und Zierfandler - wachsen, beweist seine Auszeichnung als Top-Weinbaubetrieb bei der diesjährigen Weinprämierung des Biosphärenpark Wienerwald. Auf „gelebte Naturverbundenheit“ legt Andreas Schafler besonderen Wert und hier ist auch sein Steckenpferd, das Errichten von Trockensteinmauern, einzuordnen. Er leistete einen wesentlichen Beitrag, dass Trockensteinmauern in der Thermenregion wieder vermehrt revitalisiert und neu angelegt werden, wobei er auf Abbruchmaterial von alten Häusern zurückgreift. „Trockensteinmauern sind einfach super – sie schauen schön aus, bieten Erosionsschutz und tragen zu mehr Biodiversität in den Weingärten bei“, ist Andreas Schafler begeistert.
Aus’gsteckt is - nächster Termin: 17. bis 23. August 2026
