Juni 2026: Tag der Artenvielfalt - Auf Entdeckungstour in Penzing

(Tullnerbach/Penzing 15. Juni 2026): Über 100 ExpertInnen fanden sich am 12. und 13. Juni 2026 im 14. Wiener Gemeindebezirk Penzing ein, um sich auf Artensuche zu begeben. Das Biosphärenpark Wienerwald Management lud gemeinsam mit dem Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien, Stadt Wien-Umweltschutz und der Bezirksvorstehung Penzing zum Tag der Artenvielfalt! Dabei wurden Daten zur Dokumentation und Erhaltung der Tier-, Pflanzen- und Pilzwelt gesammelt und die Bevölkerung für die heimische Naturvielfalt begeistert. 1.455 Arten wurden heuer im Untersuchungsgebiet in Penzing gefunden, darunter die Große Plumpschrecke (Isophy modestiar), die an nährstoffarmen Waldrändern wachsende Büschelnelke (Diantus armeria) und holzbewohnende Pilzarten, darunter den Echten und den Hellen Zunderschwamm (Fomes fomentarius und Fomes inzengae).

Über 100 WissenschafterInnen waren heuer 24 Stunden lang im 14. Wiener Gemeindebezirk Penzing auf Forschungsexpedition und konnten trotz sehr wechselhaften Wetterbedingungen 1.455 Artenfunde nachweisen. Einige Funde können allerdings nur im Labor unter dem Mikroskop bestimmt werden. Erst wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, steht die Gesamtzahl der beim Tag der Artenvielfalt 2026 nachgewiesenen Arten fest.

Das Gebiet in Wien-Penzing ist besonders durch die vielen, für den Wienerwald typischen wechselfeuchten Wiesen gekennzeichnet. Dadurch fühlen sich hier viele verschiedene Tier-, Pflanzen- und Pilzarten wohl. Eine solches Naturjuwel ist beispielsweise die Salzwiese, auf der heuer die Große Plumpschrecke (Isophya modestior) gefunden wurde, eine Laubheuschrecke, die im Wienerwald das weltweit nördlichste Vorkommen hat. Zu den besonderen Funden zählen auch die Große Quelljungfer (Cordulegaster heros), eine EU-weit geschützte Art, die mit einer Flügelspannbreite von 12 cm und einer Größe von 10 cm die größte Libellenart Europas ist, sowie der Grüne Edelscharrkäfer (Gnorimus nobilis), der für seine Larven große Totholzbäume braucht, wie sie nur in unbewirtschafteten Wäldern vorkommen.

Auf der Fuchswiese am Exelberg konnten innerhalb einer Stunde rund 120 Pflanzenarten entdeckt werden, darunter der Blassgelbe Klee (Trifolium ochroleucum), die an nährstoffarmen Waldrändern wachsende Büschelnelke (Diantus armeria) und das Behaarte Johanniskraut (Hypericum hirsutum). Auch die für die Wienerwaldwiesen typischen Arten Pannonische Kratzdistel (Cirsium pannonicum) und Kleines Mädesüß (Filipendula vulgaris) waren unter den spannenden Pflanzenfunden. Die MykologInnen fanden vor allem holzbewohnende Pilzarten, darunter den Echten und den Hellen Zunderschwamm (Fomes fomentarius und Fomes inzengae) und den Vitalpilz Judasohr (Auricularia auricula-judae), auch Chinesische Morchel genannt, dem eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt wird. Aber auch gute Speisepilze wie der Frauentäubling (Russula cyanoxantha) und der Sommersteinpilz (Boletus reticulatus) waren unter den Funden.

„Artenvielfalt sichert auch die hohe Lebensqualität in unserer Stadt, weil sie intakte Grünräume voraussetzt. Veranstaltungen wie der Tag der Artenvielfalt zeigen, wie sehr sich die Wienerinnen und Wiener für Natur- und Artenschutz begeistern. Nur wer die Vielfalt und Besonderheiten der Natur kennt, wird sich auch für ihren Erhalt einsetzen. Der Tag der Artenvielfalt schafft Bewusstsein, vermittelt Wissen und motiviert dazu, Verantwortung für unsere Umwelt zu übernehmen“, ist der Wiener Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky überzeugt.

„Gemeinsam mit zahlreichen ForscherInnen sammeln wir beim Tag der Artenvielfalt nicht nur wichtige Erkenntnisse über die heimische Biodiversität, sondern schaffen auch Begegnungen zwischen Wissenschaft und Bevölkerung. Gerade in Zeiten des Artenrückgangs ist es wichtig, Menschen für die Bedeutung intakter Lebensräume zu sensibilisieren und sie zu motivieren, selbst aktiv zum Schutz der Natur beizutragen. Mein besonderer Dank gilt den vielen Expertinnen und Experten, die sich jedes Jahr ehrenamtlich engagieren“, berichtet Andreas Weiß, Direktor des UNESCO-Biosphärenpark Wienerwald.

„Ich freue mich sehr, dass der Tag der Artenvielfalt heuer in Penzing zu Gast ist. Das vielfältige Angebot, die zahlreichen Informationsstände und die Naturführungen für Groß und Klein zeigen eindrucksvoll, wie reich die Artenvielfalt vor unserer Haustüre ist. Die Besucherinnen und Besucher erhalten hier spannende Einblicke und wertvolles Wissen darüber, wie wichtig der Schutz unserer heimischen Tier- und Pflanzenwelt für die Lebensqualität in unserem Bezirk ist. Alles was man kennt, schützt man auch besser!“, zeigt sich Bezirksvorsteherin Michaela Schüchner begeistert.

Viele Fledermaus-Sichtungen bei den Nachtführungen
Auftakt und ein Programmhighlight waren am 12. Juni die Nachtführungen: Drei Gruppen mit rund 30 Kindern und 45 erwachsenen Teilnehmenden begaben sich gemeinsam mit ExpertInnen auf Nachtexpedition. Mit einer Gruppe ging es mit Kescher und Taschenlampe ausgestattet zuerst zum Mauerbach, wo der Biberdamm besucht und nach Wasserlebewesen gesucht wurde. Anschließend ging es auf die Hohe Wand Wiese, wo sie den ExpertInnen vom KFFÖ bei der Artensuche nach Fledermäusen über die Schulter schauen durften. Die Gruppen, die ihre Nachtexpedition zur Salzwiese machten, wurden mit acht Fledermaus-Sichtungen belohnt, darunter die Wimperfledermaus (Myotis emarginatus) und Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus). Auch die besonders aussehende Schwammspinnerraupe (Lymantria dispar) wurde v.a. von den jungen Teilnehmenden als „sehr cool!“ bezeichnet.

Buntes Programm beim „Fest der Artenvielfalt“
Für jede Menge Spaß und Wissenswertes rund um die Artenvielfalt sorgte das Programm beim Fest der Artenvielfalt: Neben Naturführungen für Groß und Klein zu den Themen „Lebensraum Gewässer“, sowie „Vögel und Insekten“, konnten BesucherInnen in etwa beim Mikrotheater Kleinsttiere auf großer Leinwand erleben. Bei interessanten Infoständen konnten sich Interessierte über die heimische Natur und den Biosphärenpark Wienerwald informieren und mit Reptilien auf Tuchfühlung gehen. Besonders beliebt bei den kleinen Gästen war das bunte und abwechslungsreiche Kinderprogramm. Tolle Preise gab es beim Artenschätzspiel zu gewinnen – dabei galt es die Anzahl der Arten zu schätzen, die die ExpertInnen innerhalb von 24 Stunden im Untersuchungsgebiet in Penzing finden konnten.

Der Tag der Artenvielfalt 2026 des Biosphärenpark Wienerwald Managements wird vom Land Wien sowie aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes gefördert.

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Nachtführung TdA2026

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Fototext: Auftakt und ein Programmhighlight waren am 12. Juni 2026 die Nachtführungen: Drei Gruppen mit rund 30 Kindern und 45 erwachsenen Teilnehmenden begaben sich gemeinsam mit ExpertInnen auf Nachtexpedition.
Fotocredit: BPWW/N. Novak
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Über 100 ExpertInnen beteiligten sich beim Tag der Artenvielfalt 2026

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Fototext: Über 100 WissenschafterInnen waren heuer 24 Stunden lang im 14. Wiener Gemeindebezirk Penzing auf Forschungsexpedition und konnten trotz sehr wechselhaften Wetterbedingungen 1.455 Artenfunde nachweisen.
Fotocredit: BPWW/N. Novak
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Naturführungen beim Fest der Artenvielfalt

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Fototext: Beim Fest der Artenvielfalt am 13. Juni 2026 führte u.a. eine Naturführungen zum Mauerbach wo gemeinsam mit ExpertInnen Gewässerlebewesen entdeckt wurden.
Fotocredit: BPWW/N. Novak
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Viele Infostände gab es beim Tag der Artenvielfalt 2026

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Fototext: Bei interessanten Infoständen konnten sich die BesucherInnen am 13. Juni 2026 beim Fest der Artenvielfalt über die heimische Natur und den Biosphärenpark Wienerwald informieren und mit Reptilien auf Tuchfühlung gehen.
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Die Gastgeber des Tag der Artenvielfalt 2026

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Fototext: (v.l.n.r.) Alexander Mrkvicka vom Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien, Christine Scholly Bachinger von der Abt. Raumordnung NÖ, Bettina Scheiderbauer von Stadt Wien - Umweltschutz, Bezirksvorsteherin von Penzing Michaela Schüchner, Wiener Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky und Biosphärenpark-Direktor Andreas Weiß eröffneten den 21. Tag der Artenvielfalt im Biosphärenpark Wienerwald in Wien-Penzing.
Fotocredit: BPWW/N. Novak
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