Rollstuhlfahrerin und Wanderer gemeinsam unterwegs
Unterwegs auf Schotterwegen mit dem Rollstuhl

Fakten

seit 2017
laufend

Österreichische Bundesforste, MA 49 - Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien , MA 22 - Umweltschutzabteilung der Stadt Wien

Biosphärenpark Wienerwald

Naturerlebnis im Wienerwald für mobilitätseingeschränkte Menschen

Der Biosphärenpark Wienerwald ist weit über seine Grenzen für seine große landschaftliche Vielfalt bekannt und stellt damit ein beliebtes Naherholungs- und Ausflugsgebiet dar. Die einzigartige Kulturlandschaft erfährt man am besten, indem man selbst auf Entdeckungsreise geht. Für mobilitätseingeschränkte Menschen ist die Erschließung des Naturraums, bedingt durch landschaftliche Gegebenheiten, oft nur sehr schwer oder gar nicht zu bewerkstelligen. Im hügeligen bis leicht gebirgigen Wienerwald mit Seehöhen von ca. 160m bis 890m gibt es ein umfangreiches Angebot an Wanderwegen. In den seltensten Fällen sind darunter solche, die den Anforderungen an eine barrierefreie Umwelt genügen.

Die Natur als Erholungsraum hat einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft. Das BPWW Management hat sich zum Ziel gesetzt, allen Menschen das Erleben und das Entdecken der Natur im Wienerwald zu ermöglichen. Dazu müssen die Bedürfnisse und Erwartungen unterschiedlicher Nutzergruppen identifiziert und Wege im Naturraum auf Zugänglichkeit und Nutzbarkeit überprüft werden.

Informationen zur Finanzierung

  • Biosphärenpark Wienerwald
  • Land NÖ - RU2

Bedürfnisse erkennen und Informationen bereitstellen

Im ersten Schritt soll dieses Angebot besonders RollstuhlfahrerInnen dienen, die in üblichen Wanderkarten nicht alle Informationen finden, die sie benötigten. Grundsätzlich soll sich jeder Mensch allein und ohne fremde Hilfe auf den Wegen orientieren und fortbewegen können. Dazu zählt auch die möglichst uneingeschränkte Benutzbarkeit der begleitenden Infrastruktur. Die Annahme, dass alle Naturräume auch tatsächlich für alle Menschen zugänglich sind ist jedoch unrealistisch. Das BPWW Management kann keine barrierefreien Wege versprechen aber will mobilitätseingeschränkten Menschen auch nicht vorschreiben, welche Wege sie benutzen können. Anhand des Informationsangebotes soll jeder selbst entscheiden können, welche Wege für einen Ausflug in die Natur geeignet sind.

Rollstuhlfahrerin an einer Wegkreuzung

Wege finden und beschreiben

Zur Beurteilung potentieller Routen werden Informationen zur Wegbeschaffenheit sowie der begleitenden Infrastruktur benötigt. Es wird schnell ersichtlich, welche große Herausforderung das Auffinden passender Wege ist. Für FußgängerInnen unwesentliche Merkmale können für RollstuhlfahrerInnen Ausschlusskriterien darstellen. Berücksichtigt werden müssen u.a. die minimale Wegbreite, die maximale Steigung, die Anzahl und Höhe von Stufen sowie der Bodenbelag. Die Erreichbarkeit eines Weges oder Ausflugsziels hängt auch von dem Vorhandensein von barrierefreien Parkplätzen bzw. Haltestellen in der unmittelbaren Umgebung ab. Ebenso müssen Toiletten, Gaststätten und Informationstafeln auf deren Zugänglichkeit geprüft werden.

In Kooperation mit den Österreichischen Bundesforsten hat das BPWW Management begonnen, Routen auszuwählen und detailliert zu beschreiben. Die Auswahl erfolgte unter Berücksichtigung des Leitfadens "Orientierungshilfe für barrierefreie Naturangebote" des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW). Dabei wurden sehr flache, ebene Routen als auch anspruchsvollere Routen mit steileren und holprigen Passagen untersucht.

Erfahrungen sammeln und teilen

Auf der Homepage des BPWW finden Sie die Routenbeschreibungen. Die ersten Routen sind bereits online und als Download verfügbar – weitere sollen folgen.

Um das Informationsangebot auszuweiten und zu verbessern sind wir auf Ihr Feedback und Ihre Erfahrungen angewiesen. Kennen Sie eine rollstuhltaugliche Route im Wienerwald die Sie gerne mit anderen teilen wollen? Haben Sie eine der Routen ausprobiert und finden die Wegführung für RollstuhlfahrerInnen unpassend oder genau richtig? Ist die Routendarstellung hilfreich oder kommen Sie gar nicht damit zurecht? Nehmen Sie mit uns Kontakt auf – wir freuen uns über Ihr Feedback.

Evaluieren und Analysieren

Zusammen mit dem Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung der Universität für Bodenkultur Wien soll die Bedeutung von Erholung in der Natur von Personen mit eingeschränkter Mobilität genauer untersucht werden. Welche Erfahrungen haben Sie bisher in der Natur gemacht? Gehen Sie regelmäßigen Aktivitäten in der Natur nach? Was wird als Barriere empfunden? Gibt es Konflikte mit anderen Nutzergruppen? Diese und weitere Fragen werden im Rahmen einer Masterarbeit ausgewertet. Über den Fortschritt der Arbeit und die Ergebnisse können Sie sich auf dieser Seite informieren.

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