21. März – Internationaler Tag des Waldes 2026
(Tullnerbach, 11.3.2026): Jedes Jahr wird am 21. März zum Internationalen Tag des Waldes auf die Bedeutung der Wälder für Mensch, Natur und Klima hingewiesen. Für den Wienerwald ist der Wald nicht nur namensgebend, sondern auch ein bedeutender Lebens-, Erholungs- und Wirtschaftsraum: Denn mehr als 60 Prozent der Fläche des Biosphärenparks sind von Wald bedeckt! Mit seinen vielfältigen Funktionen trägt er wesentlich zur hohen Lebensqualität in der UNESCO-Modellregion für nachhaltige Entwicklung bei. Das Biosphärenpark Wienerwald Management räumt heuer anlässlich dieses Tages mit fünf weit verbreiteten Irrtümern rund um den Wald auf!
Irrtum 1: Die Waldfläche wird immer kleiner
Diese Aussage hört man häufig – ein genauer Blick auf die Zahlen zeigt jedoch das Gegenteil. Seit den 1960er-Jahren erhebt das Bundesforschungszentrum für Wald regelmäßig und mit statistisch abgesicherten Methoden die Waldfläche Österreichs. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Waldfläche ist kontinuierlich gewachsen. Während sie in den 1960er-Jahren noch rund 3,7 Millionen Hektar betrug, liegt sie laut aktuellsten Daten (Stand 2021) bei etwa 4,02 Millionen Hektar. Damit ist fast die Hälfte der österreichischen Staatsfläche bewaldet – Österreich zählt somit zu den waldreichsten Ländern Europas. Zudem sorgt das österreichische Forstgesetz für einen umfassenden Schutz des Waldes.
Irrtum 2: Im Biosphärenpark findet kein Waldmanagement statt
Viele kennen die Situation: Nach den ersten warmen Frühlingstagen lädt der Wald zu Spaziergängen ein – und plötzlich sind alte, vertraute Bäume verschwunden. Tatsächlich wurde ihr Holz genutzt, etwa für Bau- oder Energiezwecke, und der Wald wurde gepflegt oder verjüngt. Seit der Anerkennung des Wienerwalds als UNESCO-Biosphärenpark im Jahr 2005 wurde die Waldbewirtschaftung nicht flächendeckend eingestellt. Lediglich in den 37 über den Biosphärenpark verteilten Kernzonen findet keine forstliche Nutzung mehr statt. In den Pflege- und Entwicklungszonen hingegen wird weiterhin eine nachhaltige Waldbewirtschaftung im Sinne des Forstgesetzes umgesetzt.
Irrtum 3: Nach einer Holzernte müssen Jungbäume gepflanzt werden
Für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung ist das Pflanzen von Jungbäumen nicht zwingend notwendig. Im Wienerwald kommen viele Baumarten von Natur aus vor. Durch gezielte Eingriffe bei der Holzernte – vor allem über die Steuerung des Lichteinfalls – können günstige Bedingungen für bestimmte Baumarten geschaffen werden.
So benötigen etwa Eichen deutlich mehr Licht als Rotbuche oder Tanne. Je nachdem, wie stark das Kronendach geöffnet wird, entstehen optimale Keimbedingungen für die Samen der Altbäume. Auf diese Weise kann sich der Wald natürlich verjüngen. In solchen Beständen wachsen oft mehr als 100.000 junge Pflanzen pro Hektar.
Irrtum 4: Der Wald gehört uns allen
Der Wald ist ein wichtiger Erholungsraum für Menschen. Im Frühjahr freuen sich viele über Bärlauch, im Herbst locken Pilze und Beeren. Das österreichische Forstgesetz erlaubt zahlreiche Aktivitäten im Wald und ermöglicht auch verschiedene Sportarten. Trotzdem hat jeder Wald eine/n EigentümerIn. Mehr als 80 Prozent der österreichischen Waldfläche befinden sich in Privatbesitz. Ein respektvoller Umgang mit der Natur sowie das Einhalten der geltenden Regeln sind daher selbstverständlich.
Irrtum 5: Ein Wald muss „aufgeräumt“ und ordentlich sein
Angesichts der Klimakrise gewinnt eine vorausschauende Waldbewirtschaftung zunehmend an Bedeutung. Dazu gehört auch, stehendes oder liegendes Totholz im Wald zu belassen.
Früher wurden abgestorbene Bäume oft entfernt, um den Wald möglichst „sauber“ zu halten. Heute weiß man, dass Totholz eine zentrale Rolle für die Artenvielfalt spielt. Während des natürlichen Abbauprozesses wird Holz immer poröser und kann Wasser wie ein Schwamm speichern. Gerade in Trockenperioden profitieren davon junge Bäume und zahlreiche andere Waldbewohner.
Gefördert im Rahmen des Projekts "Bewusstseinsbildung und Informationsarbeit zu Biodiversität, Klimaschutz und Nachhaltigkeit im BPWW" vom Europäischen Landwirtschaftsfonds für Entwicklung des ländlichen Raumes sowie den Ländern Niederösterreich und Wien.