Jänner 2026: Drei Jahre im Einsatz für Europas Naturerbe

Seit nunmehr drei Jahren wird das Europaschutzgebiet Wienerwald-Thermenregion fachlich vom Biosphärenpark Wienerwald Management betreut. Diese Aufgabe umfasst Maßnahmen und Aktivitäten, die auf den Erhalt der vielfältigen und europaweit geschützten Lebensräume und deren reichhaltigen und oftmals gefährdeten Tier- und Pflanzenwelt in dem rund 82.000 Hektar großen Schutzgebiet abzielen.

Der für Mitteleuropa einzigartige Großwaldbestand, die vielfältigen Grünlandlebensräume und Gewässer machen den besonderen Naturschutzwert dieser einmaligen Natur- und Kulturlandschaft aus. Sie stehen im Zentrum der Schutzgebietsbetreuung, die als zentraler Dreh- und Angelpunkt zwischen Naturschutz, Landnutzung und regionaler Entwicklung agiert.

Startschuss 2023: Anlaufstelle für Natur und Menschen
Im Februar 2023 beauftragte das Land Niederösterreich das Biosphärenpark Wienerwald Management offiziell mit der Schutzgebietsbetreuung. Eine der wichtigsten Aufgaben dabei: als Anlaufstelle vor Ort zu fungieren – für Gemeinden, Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer, Landwirtinnen und Landwirte, Behörden und Naturschutzorganisationen. „Schutzgebietsbetreuung bedeutet vor allem Vermitteln und gemeinsam Lösungen finden. Naturschutz funktioniert nur dann, wenn er mit den Menschen vor Ort umgesetzt wird“, erklärt Biosphärenpark-Direktor DI Andreas Weiß.

Wienerwaldwiesen im Fokus
Ein besonderer Schwerpunkt in der Schutzgebietsbetreuung liegt in der nachhaltigen Sicherung der Wienerwaldwiesen, die durch die traditionelle Art der Bewirtschaftung geformt wurden und über Jahrhunderte unsere Kulturlandschaft mitprägen. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf dem Offenland auf Sonderstandorten, etwa Feuchtwiesen oder Trockenrasen. Bei diesen äußerst artenreichen und naturschutzfachlich hochinteressanten Flächen handelt es sich oftmals aufgrund von Lage, Flächengröße, Wüchsigkeit oder ungünstigen Bodenverhältnissen um Grenzertragsstandorte. Sie sind kaum über die gängige landwirtschaftliche Praxis zu bewirtschaften oder über landwirtschaftliche Förderprogramme zu erhalten. Seit einigen Jahrzehnten ist daher vielerorts die Nutzungsaufgabe solcher oftmals weniger ertragreichen Flächen zu beobachten. Ohne Nutzung und Bewirtschaftung entwickeln sich diese zu Wald. Aus diesem Grund sind sie in ihrem Bestand bedroht.

Schutzgebietsbetreuerin Mag.a Johanna Scheiblhofer betont: „Naturschutzarbeit muss nicht im Widerspruch zur traditionellen Wiesennutzung stehen, sondern ermöglicht diese oft erst.“ So konnten seit 2024 über Naturschutzprojekte erste konkrete Pflege- und Wiederherstellungsmaßnahmen auf Feuchtwiesen umgesetzt werden: Gehölze wurden entfernt, Feuchtstandorte gemäht und so naturschutzfachlich wertvolle Flächen gesichert. Weiters wurden Eigentümerinnen und Eigentümer bzw. Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter von über 20 Hektar Feuchtwiesen von Biologinnen des Biosphärenpark Wienerwald Managements zu einer naturverträglichen Bewirtschaftung beraten.

Erste Bilanz und Blick nach vorne
Nach drei Jahren lässt sich eine vorsichtig positive Bilanz ziehen: Wertvolle Lebensräume wurden stabilisiert, die Zusammenarbeit mit regionalen Partnerinnen und Partnern gestärkt und die Bedeutung des Europaschutzgebiets stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Gleichzeitig ist klar: Schutzgebietsbetreuung ist eine langfristige Aufgabe. Nutzungsaufgabe einerseits und Nutzungsdruck andererseits aber auch überregionale Faktoren wie der Klimawandel setzen nicht nur unseren Wienerwaldwiesen auch zukünftig zu.

Der nachhaltige Schutz all der Naturschätze ist kein leichtes Unterfangen. Dies kann nur durch das breit getragene Zusammenwirken verschiedener Partnerinnen und Partner, wie Landwirtinnen und Landwirten, Landwirtschaftskammer und regionalen Initiativen wie etwa die Heubörse Wienerwald gelingen.

Das Projekt "Schutzgebietsbetreuung und Modellentwicklung zum Wiesenerhalt im Europaschutzgebiet Wienerwald-Thermenregion" wird gefördert vom Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes sowie dem Land Niederösterreich.

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Wienerwaldwiese

Presse-Bild-Drei Jahre Schutzgebietsbetreuung

Die artenreichen Feuchtwiesen zählen im Wienerwald zu den gefährdetsten Wiesentypen.
Fotonachweis: BPWW/N. Novak
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