Mai 2026: Kick-off in Baden: Neues länderübergreifendes Interreg AT-HU Projekt des Biosphärenpark Wienerwald Managements für mehr Artenvielfalt in der Landwirtschaft gestartet
(Tullnerbach/Baden, 19.05.2026) Beim Kick-off-Meeting am 13. Mai 2026 in der Bezirksbauernkammer Baden/Mödling wurde ein neues länderübergreifendes Projekt des Biosphärenpark Wienerwald Managements, der Esterhazy Betriebe AG (Burgenland), der Széchenyi István University (Ungarn) und der Trout Circle Waldorf Nature-protective Outdoor Association (Ungarn) vorgestellt, das sich dem Schutz der Biodiversität in der Landwirtschaft widmet. Gemeinsam wollen die Projektpartner Maßnahmen entwickeln, um seltene Arten zu schützen, nachhaltige Landwirtschaft zu fördern und die Bevölkerung für die Bedeutung der Artenvielfalt zu sensibilisieren.
Das neue länderübergreifende EU-Projekt „Green Connections - Naturbasierte Lösungen und nachhaltige Landwirtschaft in der österreichisch-ungarischen Grenzregion“ des Biosphärenpark Wienerwald Managements, der Esterhazy Betriebe AG (Burgenland), der Széchenyi István University (Ungarn) und der Trout Circle Waldorf Nature-protective Outdoor Association (Ungarn) wird in den kommenden Jahren verschiedene Maßnahmen für mehr Artenvielfalt in der österreichisch-ungarischen Grenzregion umsetzen. Ziel des Projektes ist es, Natur und Landwirtschaft besser miteinander zu verbinden und den Schutz der Biodiversität langfristig zu stärken. „Projekte wie dieses zeigen, dass wir unser Wissen und unsere Erfahrung über Grenzen hinweg teilen können und gleichzeitig viel von unseren Nachbarinnen und Nachbarn lernen und profitieren. So entstehen gemeinsame Lösungen, die Natur und Landwirtschaft in der gesamten Region stärken“, betont Biosphärenpark-Direktor Andreas Weiß.
Große Herausforderungen – gemeinsame Lösungen
Die Landwirtschaft steht derzeit vor wachsenden Herausforderungen wie zB die Folgen des Klimawandels, die sich zunehmend auf natürliche Lebensräume auswirken. Dadurch werden viele typische Arten der Agrarlandschaft wie Ackerwildkräuter, Bestäuber oder Feldvögel seltener. Gleichzeitig fehlen bislang gemeinsame Daten und einheitliche Methoden, um die Entwicklung der Biodiversität in der Grenzregion Österreich-Ungarn systematisch zu beobachten und vergleichbar zu machen. Hier setzt das Projekt an und entwickelt gemeinsam Lösungen. Geplant ist daher ein grenzüberschreitendes Monitoring von Ackerwildkräutern und Insekten auf unterschiedlichen landwirtschaftlichen Flächen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die Artenvielfalt gezielt zu stärken und langfristig zu erhalten.
Praxisnahe Unterstützung für LandwirtInnen und Einbindung der Bevölkerung
Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der praxisnahen Unterstützung der Landwirtinnen und Landwirte. Dafür wird ein „Green Farming Handbook“ entwickelt, das leicht umsetzbare Empfehlungen für eine biodiversitätsfreundliche Bewirtschaftung bietet. Ergänzend dazu entstehen Demonstrationsflächen für bedrohte Ackerwildkräuter. Diese Flächen schaffen wertvolle Lebensräume und dienen gleichzeitig als Lern- und Austauschorte für Schulen, landwirtschaftliche Betriebe und interessierte Öffentlichkeit.
„Die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Forschung ist ein wichtiger Schlüssel, um praxisnahe und tragfähige Lösungen zu entwickeln. Unsere Landwirtinnen und Landwirte übernehmen dabei eine zentrale Rolle, weil sie die Kulturlandschaft aktiv gestalten und entscheidend zur Biodiversität in der Region beitragen. Dass diese Zusammenarbeit nun im Rahmen des Projekts gezielt gestärkt wird, begrüßen wir sehr“, sind sich Obmann der Bezirksbauernkammer Mödling Johannes Schabbauer und Obmann der Bezirksbauernkammer Baden Johann Krammel einig.
Auch die Bevölkerung soll aktiv eingebunden werden. Mit Citizen-Science-Angeboten und Bildungsprogrammen möchte das Projekt Wissen über Biodiversität und nachhaltige Landwirtschaft vermitteln und die interessierte Öffentlichkeit einbeziehen.
Projektstart in der BBK Baden/Mödling
Den Startschuss für das Projekt machte die Startveranstaltung am 13. Mai 2026 in der Bezirksbauernkammer Baden/Mödling in Baden. Dort stellten die Projektpartner das neue grenzüberschreitende Projekt vor. In Präsentationen und Gesprächen wurden die Projektpartner und erste Maßnahmen präsentiert sowie die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Österreich und Ungarn hervorgehoben. Abgerundet wurde die Auftaktveranstaltung mit einer Wanderung durch die Weinbaulandschaft Pfaffstättens.
Das Projekt „Green Connections - Naturbasierte Lösungen und nachhaltige Landwirtschaft in der österreichisch-ungarischen Grenzregion“ wird gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des Programmes Interreg Österreich - Ungarn.
