bauliche Maßnahmen zur Neophytenbekämpfung
bauliche Maßnahmen zur Neophytenbekämpfung

Fakten

Februar 2020 bis Februar 2022
Projekt genehmigt, vor Kick-off

BOKU Wien, Institut für Ingenieurbiologie und Landschaftsbau (Leitung und Projektkoordination), E.C.O. Institut für Ökologie, IRSTEA - National Institute for Environmental and Agricultural Science and Research

Institut für Ingenieurbiologie und Landschaftsbau

Uferzonen gehören wegen menschlicher Eingriffe zu den am stärksten bedrohten Ökosystemen und werden durch die Ausbreitung gebietsfremder Arten zusätzlich in ihrer natürlichen Biodiversität gestört. Verglichen mit anderen Bedrohungen für Schutzgebiete (z.B. Landnutzung), besteht kein hinlängliches Verständnis über die Wirkung von invasiven Neophyten auf Ökosysteme.

Das eingereichte Forschungsprojekt NABIS adressiert das mit dem Vorkommen von Neophyten verbundene Risiko und verfolgt das Ziel, neue Lösungsansätze und eine nachhaltige Neophytenmanagement- und Strategie zu entwickeln. NABIS basiert auf dem Prinzip der ingenieurbiologischen Bautechnik, die mit lebenden Pflanzen als Baustoff ingenieurtechnisch Lösungen für den Erd- und Wasserbau anbietet. Heute besteht für diese Bautechnik ein wachsendes Interesse, da neben den technischen auch ökologische und sozio-ökonomische Funktionen von Interesse sind. NABIS verwendet diese Technik zur Unterstützung der natürlich vorkommenden Ufervegetation und das Aufkommen der Neophyten hintanzuhalten. Während ein übliches Mähmanagement lediglich die Population der invasiven Arten periodisch verringert, hat NABIS das Ziel, mittels ingenieurbiologischer Bautechnik einen natürlich vorkommenden Uferwald zu initiieren und gleichzeitig gezielte Neophyten Pflegemaßnahmen durchzuführen. NABIS entwickelt ein Werkzeug für Praktiker zur langfristigen Neophytenkontrolle und zur Herstellung der Ökosystemleistung einer natürlich vorkommenden Ufervegetation. Das Projekt verbindet WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen mit unterschiedlichen Kompetenzfeldern.

Im Zuge des Projekts entwickeln die WissenschaftlerInnen eine Managementstrategie, basierend auf einer Risikoanalyse und eine praktische Handlungsanleitung zur Wiederherstellung von Uferbereichen nach einer Nephyteninvasion. Sämtliche zu erwartende Ergebnisse werden in enger Abstimmung von den ForscherInnen und den wichtigsten InteressensvertreterInnen geprüft und getestet.

Die Untersuchungsgebiete Biosphärenpark Wienerwald (BPWW) und Biosphärenpark Salzburger Lungau & Kärntner Nockberge, liegen in zwei unterschiedlich geographischen Regionen und sind naturräumlich unterschiedlich geprägt. Der Fokus von NABIS liegt auf der Strategieentwicklung für ein integrales Neophytenmanagement. Zur Erreichung dieser Ziele dient ein interdisziplinärer Ansatz. Zwei nationale Wissenschaftsinstitutionen kooperieren mit einer internationalen Institution, EntscheidungsträgerInnen und InteressensvertreterInnen. Für die gewählte Problemstellung ist es von besonderer Bedeutung, dass das Konsortium sämtliche Fachgebiete abdeckt. Wissensaustausch und Transfer zwischen Forschungsinstitutionen und EntscheidungsträgerInnen ist für die Erreichung der Ziele sehr wesentlich. Beide InteressensvertreterInnen, der Biosphärenpark Wienerwald (BPWW)” und der Biosphärenpark Salzburger Lungau & Kärntner Nockberge, sind aktiv an den Ergebnissen interessiert und garantieren, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse praxisnah in nachhaltige Managementstrategien einfließen.

Informationen zur Finanzierung

Programm "MAN AN THE BIOSPHERE" (MAB)

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