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Neophytenmanagement im Biosphärenpark Wienerwald

Seit einigen Jahren widmen sich die Bundesforste in Kooperation mit dem Biosphärenpark Wienerwald Management der Eindämmung invasiver neophytischer Arten. Das sind eingewanderte bzw. vom Menschen eingebrachte Pflanzen, die unsere heimische Vegetation durch massive Ausbreitung zu bedrohen scheinen. Zu ihren bekannten Vertretern zählen etwa Götterbaum, Robinie, Kanadische Goldrute oder Riesen-Bärenklau. Lag das Hauptaugenmerk in den Jahren 2011 bis 2014 auf Test und Beurteilung unterschiedlicher Methoden zur Bekämpfung ausgewählter IAS (invasive alien species), so wurde der Fokus seit 2015 auf die Eindämmung bestimmter Arten auf sensiblen Standorten gelenkt. Die Sensibilität des Standortes kann einerseits in der Schutzwürdigkeit der heimischen Flora begründet sein, im Fall von gesundheitsschädlichen Neophyten auch in der Nähe zu stark frequentierten Wanderwegen.

Auf einigen der bearbeiteten Flächen konnten mittlerweile sehenswerte Ergebnisse erzielt werden: So wurden die insgesamt 15 bekannten und bereits behandelten Standorte des ursprünglich aus dem Kaukasus stammenden Riesen-Bärenklaus (Heracleum mantegazzianum) auf acht Vorkommensgebiete reduziert. Der imposanten phototoxischen Pflanze, die bei Berührung unter Sonneneinstrahlung verbrennungsartige Hautreizungen auslöst, ist durch Ausstechen der Wurzel gut beizukommen. Dennoch heißt es wachsam sein, 2016 wurden vier neue, wenn auch eng begrenzte Vorkommen des Riesen-Bärenklau aufgefunden. Die umgehende Behandlung der Flächen sollte eine weitere Ausbreitung jedoch auf Dauer verhindern.

Während in der Bekämpfung des Riesen-Bärenklaus die richtige Methode gefunden scheint, so zeigt sich der Japanische Staudenknöterich (Fallopia japonica) unbeeindruckt von allen Versuchen, ihn mechanischen zu entfernen. Neben einer alle drei Wochen durchgeführten Mahd wurden auch händisches Ausreißen und eine Abdeckung der Standorte mit lichtundurchlässigen Planen ausprobiert. Da der Einsatz von Herbiziden als Bekämpfungsmethode von den Kooperationspartnern dezidiert ausgeschlossen wurde, erscheint bisher die mehrjährige Abdeckung am erfolgversprechendsten. Allerdings gibt es noch keine Erfahrungswerte, wie die Neubesiedelung der abgedeckten Flächen nach Entfernung der Planen abläuft. Ob mit den ersten krautigen Pflanzen auch der Staudenknöterich wieder Teil der Pioniervegetation wird, werden erst die kommenden Jahre zeigen.

Bei Interesse an einer Informationsveranstaltung in Ihrer Gemeinde wenden Sie sich bitte an das Biosphärenpark Wienerwald Management unter 02233 54 187 oder office@bpww.at.

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