Waldboden
Versuchsfläche im Wald

Fakten

seit 2010
laufend

Österreichische Bundesforste BOKU, Institut für Waldbau

Österreichische Bundesforste

Auswirkungen des Klimawandels auf die Wälder im Biosphärenpark Wienerwald und Anpassungsstrategien

Klimawandelszenarien und deren Auswirkungen auf den Wald und seine Ökosystemleistungen (Holzproduktion, Biodiversität, Kohlenstoffspeicherung, Erholungsraum für Menschen etc.) haben BOKU, Österreichische Bundesforste und Biosphärenpark Wienerwald Management in den Fokus dieses Projekts gestellt. Untersucht wurde die Vulnerabilität (i.S.v. Verletzbarkeit, Anfälligkeit) unter Beibehaltung der derzeitigen Bewirtschaftung, um anschließend waldbauliche Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel zu erarbeiten und zu analysieren. Um die unterschiedlichen Anforderungen der Waldbewohner und -nutzer (Habitateignung, Erholungswert etc.) bestmöglich abbilden zu können, wurden diese von Experten der jeweiligen Nutzergruppe (z.B. BirdLife, Forschungsinstitut für Wildtierkunde) definiert. Auch wurden Schwellenwerte festgelegt, die eine spürbare Veränderung dieser Ökosystemleistungen in positive oder negative Richtung angeben sollten. Unter Zuhilfenahme eines vom Waldbauinstitut entwickelten Waldwachstumssimulators (PICUS) wurden mit diesen Grundlagen schließlich Waldwachstum, Kohlenstoffspeicherung, Erholungswert und Habitatqualität der betrachteten Waldfläche unter drei Klimaänderungsszenarien bis ins Jahr 2100 prognostiziert. Im Wienerwald zeigte sich, dass vor allem Fichtenwälder in sämtlichen unterstellten Klimawandelvarianten hohe Anfälligkeit aufweisen. Doch auch Buchenwälder, die etwa 60% des Wienerwaldes ausmachen, scheinen an einigen Standorten langfristig anfällig zu sein. Verschiedene trockenheitsliebende Laubwaldgesellschaften (z.B. Eichen- oder Kiefernwälder) können langfristig dagegen von den sich ändernden Bedingungen profitieren.

Um die Praxistauglichkeit der Ergebnisse zu testen, wurden Versuchsflächen im Wald angelegt. Dort werden, unmittelbar nebeneinander und somit vergleichbar, waldbauliche Maßnahmen nach dem bisher üblichen Verfahren einerseits und entsprechend einem an die Klimaänderung angepassten Verfahren andererseits gesetzt. Umfassende Aufnahmen begleiten die Langzeitbeobachtungsflächen, die planmäßig im Jahr 2016 angelegt wird und anschließend auch im Rahmen von Fachexkursionen besichtigt werden kann.

Informationen zur Finanzierung

Österreichische Bundesforste
Land NÖ - RU2 Abteilung Raumordung und Regionalpolitik

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